Geile Scheiße!

Welch ein Lob – Jahr nach meinem Ausscheiden aus dem Sender wird meine Arbeit dort noch gewürdigt. Zumindest die „geile Scheiße“, die ich mitveranstaltet habe. Das heißt im Radiojargon – bzw. im Sprachgebrauch meines ehemaligen Programmchefs, der die Berliner Radioszene zu einem guten Stück mitgeprägt hat und noch mitprägt – Verrückte Aktionen, Events, Beitragsreihen, Sendungsformate, die die Stammhörer binden, bei Hin-und-wieder-Hörer zu Stammhörern machen und alle anderen auf den Sender aufmerksam machen. Ich habe die Jahre über irrsinnig viel Spaß daran gehabt, solche Sachen zu brainstormen, auszuarbeiten und hinter oder vor dem Mikrofon, als Reporter,  als Chef vom Dienst oder mit der Videokamera umzusetzen und zu begleiten. Es war, um im Jargon zu bleiben, eine scheißgeile Zeit.

Doch jetzt – bleibt die Bitte meiner charmanten Kollegin und das wohlige Gefühl eines Gebauchpinseltwerdens aus der Ferne. Aber ich möchte keine geile Scheiße mehr machen.

In meinem neuen Job mache ich, glaube ich, solide Arbeit, habe gute Ideen und denke kreativ und ökonomisch. Und der Umgang mit den Menschen von Angesicht zu Angesicht bereichert mich enorm. Wenn ich die beiden Jobs betrachte, ist mein jetziger vielleicht erwachsener – während die flotte, wuselige, bunte Welt des Berliner Unterhaltungsradios doch eher hedonistisch-jugendlichen Charme versprüht.
Ich habe nie daraus einen Hehl gemacht, dass ich irgendwann gerne wieder als Journalist arbeiten möchte, und sehr gerne auch im Radio. Da steckt meine Leidenschaft und meine Profession.
Aber die Zeit der geilen Scheiße ist um.
Die würde ich eh mit niemand anderem machen als mit meiner meiner charmanten Kollegin, meiner alten Redaktion und in der bunten Welt der Berliner Unterhaltungsradios.

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