Atome spalten – und im Zweifel auch behalten!

Kommentar zur Endlagerdiskussion

AKW Emsland, 2014

AKW Emsland, 2014

Bereits bei der Planung einer dringend benötigten Stromtrasse hat meine Heimat das Sankt-Florians-Prinzip bemüht: Baut die Masten gerne irgendwo hin, aber nicht hierhin! Das hat mich im Oktober 2012 schon tierisch aufgeregt.

Auch jetzt bin ich stinksauer. Der Verein „Ausgestrahlt“ hat Lingen und vier weitere Standorte im Emsland wegen der dortigen Bodenbeschaffenheit als mögliche Atommüll-Endlager ausgemacht. Die offizielle Suche soll 2031 beendet sein. Doch anstatt das Ergebnis abzuwarten, hagelte es umgehend Reaktionen aus Kreisverwaltung, vom Lingener Oberbürgermeister und aus dem Stadtrat: Die Region käme Endlagerstandort nicht in Frage, man wolle sich wehren, vehement wolle man seine Position verfechten…
Was für eine abstruse Situation!
Der Landkreis Emsland und ganz besonders die Stadt Lingen profitieren seit Jahrzehnten von der Atomkraft. Zwei AKWs wurden hier gebaut, eines davon ist noch in Betrieb, dort arbeiten hunderte Menschen, die ihre Familien gut von der Atomenergie ernähren können. Daneben gibt es in Lingen eine Brennelementefabrik und ein Zwischenlager für Brennstäbe. Die Atomunternehmen zahlen seit Jahren Gewerbesteuern in die öffentlichen Kassen. Auch ins Lingener Stadtsäckel. Ob man Atomkraft nun ablehnt oder nicht: Jeder Bürger profitiert in der wohlhabenden Stadt von dem strahlenden Geld.
Deshalb sind Lingen und der Landkreis in der moralischen Pflicht, zumindest offen für die Benennung als Endlagerstandort zu sein.
Alles andere wäre ein Herausstehlen aus der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

Buch zur Digitalisierung

Es passt thematisch eher in den Kontext meines zweiten Blogs Spähgypten, doch auch hier sei ein Hinweis erwähnt:

Mein erstes Buch Die Mensch-App – wie Internet und Smartphone unsere Wirklichkeit verändern ist ab sofort als Taschenbuch und Ebook im Handel erhältlich – u.a. beim großen A und im lokalen Buchhandel (dort freilich nur das Taschenbuch). In dem Essay, der zwischen Oktober 2016 und Juni 2018 entstanden ist, geht es um die Folgen der alltäglichen Nutzung von Smartphones und Internetanwendungen für uns, also die Nutzer, und für unsere Gesellschaft.

Leitfragen sind:

  • Was passiert im Hintergrund, wenn wir auf dem Smartphone herumwischen oder im Internet herumklicken?
  • Was müssen wir tun, um mündige Bürger*innen der digitalen Welt zu sein?
  • Welche Rolle kommt dabei der Schule, den Medien, der Politik und der gesamten Gesellschaft zu?

Schwerpunkt ist der Begriff der subjektiven Wirklichkeit, die zunehmend über Displays wahrgenommen wird, und die Frage, wer in der digitalen Welt eigentlich wen kontrolliert. Die Mensch-App enthält viele Anfragen an die Mediennutzung der Leser*innen und möchte zur Selbstreflexion einladen. Das Buch richtet sich an alle, die bei der Nutzung von Internet und Smartphone hin und wieder ein mulmiges Gefühl beschleicht.

ISBN: 9783746741154 (Taschenbuch), 9783742730411 (Ebook)
Links: Amazon, Holzberg Lingen, Dom Buchhandlung Osnabrück

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