Wählst du nen OB, tut’s dem Satzbau weh.

Morgen wird in Lingen ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Ich durfte vor einigen Tagen gemeinsam mit einer Kollegin ein Podium mit den beiden Kandidaten moderieren. Wir haben versucht die Unterschiede zwischen den beiden Persönlichkeiten, aber auch den völlig anderen Politikstilen, herauszustellen.
Ich habe großen Respekt vor den beiden Männern, die mit ihrem Engangement – nicht nur im Wahlkampf – zeigen, wie sehr sie für die Politik und diese Stadt brennen.
Einen Tag vor der Wahl kann ich sagen, dass die Stadt weder mit dem Amtsinhaber noch mit seinem Herausforderer untergehen wird. Dafür geht’s Lingen einfach zu gut, dass hier irgendjemand ernsthaft Schaden anrichten könnte.

Außer vielleicht in der Grammatik.

Diese Anzeige in der heutigen Tageszeitung, die eine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten enthält, hat mich tief erschüttert.

…WEIL GUT FÜR UNSERE STADT
UND DEN ORTSTEILEN
Klar, dass eine Zeitungsanzeige mit Blick auf das Wahlkampfbudget nicht größer werden sollte als unbedingt notwendig.
Auch beschränkt sich die Umgangssprache ja gerne mal auf die wesentlichen Satzteile.
Aber Subjekte und Prädikate sind wesentlich.
Vielleicht sogar wahlentscheidend.

[EDIT] Ich habe den Post erst nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht.

Kommunion wo wir jetzt woh’n.

Dennoch war mir diese Tradition, vor allem ihn ihrer Protokollhaftigkeit (hier treffen sich die Frauen zum Röschenbinden, da muss die Mutter des Kommunionkindes Kuchen hinbringen, in dieser Garage finden die letzten Vorbereitungen statt) neu.

Diese Zeilen schrieb ein Neuemsländer drei Monate nach Eröffnung seines Blogs über die Kommunion des Nachbarsjungen. Nun ist sein eigener Sohn zu Erstkommunion gekommen.

Dank meiner Erfahrungen als Kommunion-Zuschauer vor vier Jahren, dem allgemein besseren Einblick in die hiesigen Gepflogenenheiten und vor allem der Tatsache, dass in der Nachbarschaft drei weitere Kommunionkinder leben, deren Eltern die mit dem Fest verbundenen Traditionen kennen, ist ein wunderschönes Fest geworden. Dazu hat fraglos auch der von den Nachbarsfrauen gefertigte Schmuck vor unserem Haus beigetragen. Unser Sohn war ganz aus dem Häuschen!

Eine Wissenslücke ist aber leider doch zum Fettnäpfchen geworden: Uns war nicht bekannt, dass Glückwunschkarten bringende Kinder an der Tür Schokolade bekommen, selbst wenn sie von uns ebenfalls eine Karte bekommen. So lassen sich auch die fragenden Gesichter beim Türeschließen erklären, ebenso wie unsere Verlegenheit, nachdem wirs gecheckt hatten.
Aber versprochen: Beim nächsten Mal – unsere Mittlere ist in drei Jahren dran – sind wir besser vorbereitet. Ist ja dann für uns schon Drittkommunion.